15 UNIKA-Künstler:innen und Grödner Kunsthandwerker haben vom 8. Dezember bis 12. Jänner Gelegenheit, ihre Krippen in Ponte San Pietro bei Bergamo zu zeigen. Sie bieten dabei einen spannenden Querschnitt der heimischen Krippentradition und ihrer Schnitzkunst, während die Gastgeber für die kunstvolle Präsentation sorgen.
Es ist eine eingeschworene Gruppe in Ponte San Pietro, die sich den Krippen verschrieben hat: Sie gehören zur „Associazione Italiana Amici del Presepio“ und organisieren alle Jahre viel beachtete Ausstellungen. Krippen sind für Präsident Claudio Mattei eine wahre Passion, die der Grafiker in der Pension jetzt noch intensiver verfolgen kann. „Seit 55 Jahren organisieren wir schon Krippenausstellungen in unserer Stadt, aber auch auswärts“, erzählt er. „Eigentlich arbeiten wir das ganze Jahr über an Krippen.“
Angefangen hat es mit einer kleinen Schau in der Krypta der alten Kirche. „Sie ist gar nicht so alt“, erzählt Mattei, „eine Barockkirche, nur 100 Meter vom neuen Gotteshaus entfernt. Obwohl sie noch geweiht ist, wird sie wenig genutzt.“ Längst wurde der Vereinigung erlaubt, im Kirchenschiff ihre internationalen Ausstellungen zu präsentieren. Schließlich dürfen sich die Krippenfreunde im Schnitt über 25.000 bis 30.000 Besucher:innen jedes Jahr freuen! „Inzwischen hat der Bürgermeister Ponte San Pietro ‚Krippenstadt‘ getauft“, schmunzelt er.
Nach der immer professionelleren Präsentation eigener Krippen, wurde das Ausstellungs-Spektrum erweitert: Mattei und seine Kollegen zeigen immer wieder andere Stilrichtungen, darunter waren schon „neapolitanische Krippen, deutsche, polnische, katalanische oder Krippen aus Papier.“ Heuer setzen die Grödner Holzschnitzer diesen Reigen internationaler Krippenkunst fort. „Es war an der Zeit, einmal diese wertvolle Tradition zu würdigen, die viel zur Verbreitung der Krippen beigetragen hat“, betont er.
Bei den Ausstellungen in Ponte San Pietro werden die Krippen allerdings nicht einfach aufgestellt: Die ambitionierten Krippenbauer schaffen in rund zweimonatiger Arbeit eine spektakuläre, technisch raffinierte Szenerie – passend zum Herkunftsumfeld der Ausstellungsstücke. „Heuer arbeiten wir an einem typisch alpinen Ambiente“, verrät er „Höfe-Fassaden um einen Platz bilden den stimmungsvollen Rahmen für die Grödner Kunstwerke“.
Für Filip Piccolruaz, UNIKA-Vizepräsident und Obmann der Berufsgruppe Kunsthandwerk im LVH, ist „diese Krippenausstellung eine großartige Möglichkeit, einem breiten Publikum außerhalb der Landesgrenzen die kunstvolle Grödner Tradition zu präsentieren. Und es ist auch der perfekte, stimmungsvolle Abschluss dieses intensiven Jubiläumsjahres.“