UNIKA-Mitglied ist er seit Juni 2025 und im September reichte er schon das Siegerprojekt bei der Kellerei Kettmeir ein: Damian Piazza.
„Irgendwie bin ich in die Künstlervereinigung UNIKA hineingeboren“ erzählt er schmunzelnd. „Mein Vater Ivo ist Gründungsmitglied und seit ich denken kann, war ich auf der Kunstmesse, habe dort mitgeholfen und als Schüler erste Werke ausstellen dürfen.“
Als Kind wollte Piazza immer Holzschnitzer werden, aber mit dem Älterwerden reizten ihn auch andere Dinge. „In der Mittelschule war mein späterer Weg nicht mehr so klar,“ erinnert er sich. „Aber über das Drechseln habe ich wieder zum Holz gefunden und dann doch die Kunstschule in Gröden, die Cademia, besucht.“ Zwei Jahre lang, dann folgten in der Berufsschule „La Prufesciunela“ das Triennium für Holzbildhauer und eine weitere, dreijährige Spezialisierung für Bildhauerei.
Seitdem ist er selbständig und natürlich UNIKA-Mitglied: „Das war ganz klar, dass ich sofort beitrete“, lacht er, „ich war ja immer schon irgendwie mit dabei“.
Gleich nach seinem Beitritt fand eine Ausstellung in Niederdorf statt. Bei der Fahrt saß er mit „Matthias Kostner, dem Präsidenten im Auto, der von dem Wettbewerb der Kellerei Kettmeir für UNIKA-Künstler:innen erzählte.“ Das interessierte Piazza natürlich. Allerdings konnte er beim Lokalaugenschein in Kaltern nicht mit dabei sein und bis zur UNIKA Kunstmesse hatte er auch keine Zeit, sich Gedanken zu machen.
„Nach der Messe blieben aber noch 5 Tage zum Einreichen des Projektes“, erinnert er sich. „Da war alles andere abgeschlossen und weit weg. So konnte ich voll fokussiert arbeiten,“
Die Vorgaben von Kettmeir: Ein zeitgenössisches Flachrelief, das den Charakter und die Geschichte der Kellerei widerspiegelt. Piazza ging vom Ort aus, der Lage der Kellerei an der Weinstraße, die für ihn ja auch schon eine Geschichte erzählt. Der Verlauf der Weinstraße wurde zu einem abstrakten Zeichen, zu einem Ast, der sich entlang der Wand erstreckt und von dem sich weitere Linien wie Triebe verzweigen. „Dabei steht jeder Ast für ein wichtiges Datum der Kellereigeschichte, 1919 wurde sie gegründet und 1980 beispielsweise die Sektproduktion nach dem ‚metodo classico‘ begonnen,“ erklärt er. „Die Farben orientieren sich an jenen der Kellerei – Gelb, Dunkelblau und Grau harmonieren gut miteinander.“
Eine Inspirationsquelle war auch die Energie des Schaumweines, die Perlage, die den Hintergrund des 7,5 x 2 Meter großen Kunstwerkes bildet. Es besteht aus 10 Stücken, die zum Gesamtbild montiert werden. Dieses schmückt seit Ende April eine Wand der Kellerei – öffentlich zugänglich und durch eine Laube geschützt. Es wird auch ein zentraler Bestandteil des neuen Rundganges durch das Weingut sein.
„Ich hätte mir nie vorstellen können, gleich so einen Auftrag zu bekommen“, meint Piazza, „wenn man sich selbstständig macht, hat man natürlich Zweifel, wie es weitergeht.“ Die Message, die er anderen jungen Künstler:innen weitergeben möchte:
„Man muss die Arbeit lieben und sich einfach trauen, mutig sein!“
Und er ruht sich jetzt natürlich nicht auf seinen Lorbeeren aus: Im Herbst geht er nach Wien, um an der Universität für Angewandte Kunst in Wien weiterzustudieren.
© Mirko Strozzega