Als Idee waren sie schon länger präsent: eigene Grödner Kunstwochen. Jetzt feiern sie Premiere – und gleich mit einem fulminanten Programm vom 7. bis 20. September.
Es war UNIKA-Präsident Matthias Kostner, der im Frühjahr die Initiative ergriff. „Es wurde schon länger nach Möglichkeiten gesucht, die Kunst und das Kunsthandwerk des Tales aufzuwerten, unserer Kreativität mehr Sichtbarkeit zu geben“, erzählt er. „Auch Kunstwochen schwirrten als Idee herum. Deshalb habe ich heuer einfach einmal die verschiedenen Vereine und Organisationen zusammengerufen.“ Und schon kam das art festiVal Gardena „Enes dl’ert“ ins Rollen! Dachte man am Anfang noch darüber nach, 2027 zu starten, stand bald ein tolles Programm für heuer. „So viele Initiativen hätten wir uns gar nicht erwartet“ schmunzelt er, „alle wollten mitmachen, so dass wir jetzt täglich zwei bis drei Veranstaltungen haben.“ Für ihn der beste Beweis, dass man durch Zusammenarbeit viel erreichen und schaffen kann – auch eine spannende Bühne für die kreative Vielfalt des Tales!
Alle ziehen an einem Strang: Galerien …
Eigentlich rannte Kostner überall „offene Türen ein“. So war auch Valentine Kostner von der „Vijion Art Galerie“ sofort begeistert „Kunst war immer meine Begleiterin,“ schmunzelt die engagierte Galeristin. „Mein Vater Josef war Künstler, mein Mann ist Bildhauer und auch unsere Tochter hat diesen Weg gewählt.“ Um so mehr freut es sie, dass UNIKA die Initiative ergriffen hat und das Artfestival initiiert wurde. „Wir haben in Gröden so viel Kultur und eine 400-jährige Tradition der Holzschnitzkunst. Dieser Reichtum gehört dringend aufgewertet und sichtbar gemacht. Außerdem haben wir renommierte Künstler, die weltbekannt sind und in der Heimat mehr Wertschätzung verdienen. Die Konzentration an Kreativität im Tal ist enorm“, betont sie. „Ein Potential, das viele in Gröden gar nicht mitbekommen und das weit über sakrale Kunst hinausgeht.“ Denn das ist oft das Einzige, was Gäste am Rande noch sehen – neben Sport, Bergen und Instagram-Hotspots. „Dabei könnten wir mit diesem einzigartigen Background auch eine Kulturdestination sein“, ist Kostner überzeugt.
Sie hat „die Gelegenheit sofort beim Schopf gepackt und eine Ausstellung für die Kunstwochen organisiert“: Bei „Paradeiser“ nähern sich vier Künstler (Julia Bornefeld, Florian Borkenhagen, Philipp Putzer & Mischa Sanders) dem Thema des „Paradiesapfels“, der Natur als lebendiges Gegenüber an – aus völlig unterschiedlichen Positionen heraus.
… und Vereine, wo Kunst zum Mitmachen einlädt
Auch Aron Demetz, selbst ein renommierter Künstler und Präsident von „La Vëta“ war ebenfalls gleich dabei. Der Verein hat sich die Jugend- und Nachwuchsförderung zur Aufgabe gemacht. Neben der bereits traditionellen Sommerakademie wurde auch sofort ein Programm für die Kunstwochen auf die Beine gestellt. Es findet in einem Raum direkt in St. Ulrich statt: An den Abenden vermittelt Peter Kostner, wie Heiligenfiguren früher in Gröden geschnitzt wurden, während sich samstags „Opa und Enkelkinder in der Werkstatt treffen, also die ganze Familie, und spielerisch die Holzschnitzkunst entdecken können“, erzählt Demetz. „Dazu läuft eine Ausstellung von zwei bereits verstorbenen Künstlern, die die Entwicklung der Grödner Holzbildhauerei maßgeblich mitgeprägt haben.“ Für ihn ist es äußerst wichtig, „Einheimischen und Gästen die Tür zur Kunst zu öffnen. Es gibt schließlich mehr als Sport und Tourismus in Gröden.“
© matthaeusKOSTNER